Aus der Geschichte des ABA
Am Museumssonntag vom 3. Mai 2026 informierte Geschäftsleiter Daniel Brunner über die Geschichte des ABA. Der etwas hochtrabenden Beschreibung der Institution durch KI setzte er eine nüchterne und praxisbezogene eigene Analyse gegenüber. Die eindrücklichen Leistungen des Gründers der Institution, Rudolf Lüscher, welcher mit 20 Jahren erblindete und in der Folge eine Art Selbsthilfeorganisation begründete, erhielten gebührenden Raum in diesem Bericht. Um 1910 gründete er eine Werkstatt in Amriswil, aus der heraus 1928 die Genossenschaft Arbeitsheim für Gebrechliche entstand. 1929 konnte der Lindenhof an der Arbonerstrasse in Amriswil erworben werden. Nach einem Brand 1933 schaffte Rudolf Lüscher einen Wiederaufbau Dank breiter, von ihm selbst organisierter Unterstützung. Neu konnten bis zu 70 „Zöglinge“ aufgenommen werden. Die Institution verstand sich in erster Linie als eine Art Trainingslager, um Menschen mit Beeinträchtigung später eine Erwerbstätigkeit zu ermöglichen. Sie bot aber schon früh Wohn- und Arbeitsplätze auf Dauer an. Die Fabrik- und Hausordnungen aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts waren damals wohl zeitgemäss, erwecken aus heutiger Sicht aber einiges Schmunzeln. Mit der Einführung der IV 1960 wurde der Institution erstmals eine eigentliche Budgetierung und eine Finanzplanung auf längere Zeiträume ermöglicht. Der Neubau, welche in den Jahren 1991-1998 realisiert wurde, hat eine lange Vorgeschichte. Ein wesentlicher Aspekt der Planung war, dass Ideen einer möglichen Aussiedlung an den Ortsrand von Amriswil verworfen wurden, dies vor allem im Interesse der betreuten Personen, welchen der Bezug zur Stadt erhalten blieb. Die notwendige Volksabstimmung im Kanton Thurgau ergab eine überwältigende Zustimmung von 88 % zum Baukredit. Das ABA befindet sich in einer steten Entwicklung, sowohl bezüglich Wohnen als auch hinsichtlich Produktion. Die Bedürfnisse der betreuten Personen werden immer individueller, entsprechend werden die Aufgaben, welche erfüllt werden müssen, anspruchsvoller. Im Jahr 2028 wird das aber das 100-jährige Bestehen feiern können.

