Museumssonntag – 150 Jahre Stadt-harmonie Amriswilg
Der Präsident, ein Ehrenmitglied und ein weiteres Vorstandsmitglied der Stadtharmonie erzählten am 7. Juni im Ortsmuseum aus der Geschichte und der Aktualität der Musikgesellschaft. Die ersten 50 Jahre des Vereins waren «unruhig». Interne Differenzen (vorab wegen mangelhafter Disziplin bei Proben) führten 1885 zur Auflösung und (nur ein Jahr später) Neugründung unter vermeintlich besseren Vorzeichen. Man versuchte damals, dem Übel durch differenzierte Busskataloge Herr zu werden, offenbar mit wenig Erfolg. Kantonale und – selten – eidgenössische Musikfeste bildeten die Höhepunkte in der Vereinsgeschichte, die viel Vorbereitungsarbeit erforderten und im Gegenzug bleibende Erinnerungen schufen – wie beispielsweise die wegen eines vorgezogenen Apéros verpasste Siegerehrung am Musikfest von Interlaken 1996. Die Dirigenten prägten den Verein. Hervorgehoben wurde Jean Bruggmann, der sich während und nach dem Zweiten Weltkrieg verantwortlich zeichnete. Durch handschriftliche Transkriptionen von grösseren Orchesterwerken für Blasmusikorchester erweiterte er das Repertoire erheblich. Schlaglichter wurden auf die Bedeutung der Musikgesellschaft für das Stadtleben geworfen. Von 1939–1965 organisierte sie jährlich die Fastnachtsbälle, war 1977 an der Gründung der MuFu beteiligt, ebenso wie 1981 an jener der Marktplatz Pfuuser. 2001 (anlässlich des 125. Geburtstags) stellte sie das erste Strassenfest auf die Beine. Trotz Hinweisen der Referenten auf gewisse Bestandesprobleme strahlten sie einen ansteckenden Optimismus aus, dass die Stadtharmonie auf einem guten Weg in eine stabile Zukunft ist.

